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Sportfluggruppe Oldenburg e.V.

St. Petersburg, Teil 4

Die Anreise nach St. Petersburg erfolgte zunächst per Kleinbus von Lappeenranta bis zur Grenz- Bahnstation in Vainikkala, anschließend ging es mit dem ‘Sibelius’, einem modern ausgestatteten Zug, der zwischen Helsinki und St. Petersburg verkehrt, weiter in die ehemalige russische Hauptstadt.

Zunächst hielt der Zug in Vyborg, einer ehemals finnischen Hafenstadt im Grenzgebiet Karelien, dann durchquerte er ein ausgedehntes Waldgebiet, an den Seiten links und rechts der Bahnstrecke waren Häuser und Hütten zu sehen, deren Zustand eindeutig erkennen ließ, dass es keine wohlhabende Region ist. Auch die Einfahrt nach St. Petersburg durch endlos erscheinende Vorstädte ergab dieses Bild; andererseits ist dies auch in Deutschland häufig zu erleben, dass eine Stadt von der Bahn aus gesehen sich von ihrer schlechtesten Seite zeigt.

In Petersburg angekommen, wurden wir von Irena herzlich empfangen. Anfängliche Verunsicherung und Neugierde, was das denn wohl für eine kuriose Truppe sei, die mit Privatflugzeugen kommt und doch nicht auf dem Flugplatz abzuholen ist, wichen recht schnell einer beiderseits gelösten Atmosphäre. Die Betreuung, die wir in den kommenden Tagen erfahren durften, war schon ungewöhnlich: Nicht nur, dass das Programm bis in jede Einzelheit hinein perfekt organisiert war, sondern auch und gerade der menschliche Kontakt war für uns wertvoll. Irena zeigte sich sehr besorgt, dass auch wirklich alles zu unserer Zufriedenheit verläuft.

Die Transporte vor Ort wurden von Michael, genannt Mischa, erledigt, der seinen VW-Bus sicher, aber auch mit einer uns erschreckenden Geschwindigkeit durch die Stadt bewegte. Der Verkehr ist, gemessen an deutschen Verhältnissen, als chaotisch zu bezeichnen, Spurwechsel über zwei, drei Spuren hinweg und zurück, Überholen auf der rechten Seite und Geschwindigkeiten von 80 - 90 kmh innerorts scheinen als normal zu gelten. Aber - wie schon gesagt, Mischa bewältigte dies mit großer Sicherheit.

Gruppenbild mit DariaEinen ersten Eindruck von der Pracht der Stadt erhielten wir am ersten Abend bei einer Bootstour auf den Kanälen St. Petersburgs. Hierbei lernten wir auch unsere junge, sehr sachverständige Stadt- und Kunstführerin, Viktoria, kennen. Egal, ob man den Spätbarock mag oder nicht, keiner von uns konnte sich dem überwältigenden Reichtum an Formen, Farben und Material bei Architektur, Städtebau und in den Gärten entziehen. Mehrere Male blieb einem der Mund offen stehen, so dicht gedrängt reihen sich Kunst- und Architekturschätze aneinander.

Die Stadtrundfahrt am folgenden Tag bestätigte und ergänzte die Eindrücke. Diesmal konnte Viktoria die Führung aus terminlichen Gründen nicht übernehmen, aber Daria erwies sich als ebenso versierte Kennerin der Stadt, sodass keine unserer Fragen unbeantwortet blieb. Das Programm war sehr umfangreich und es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen, alle Stationen aufführen zu wollen. Wer einen Besuch St. Petersburgs plant, tut gut daran, vorher einen reich bebilderten Stadtführer zu durchforsten, daran kann man schon in etwa ermessen, was alles auf uns einwirkte.

Der dritte Tag war der Kunst gewidmet: Eine Führung durch die Eremitage verschaffte einen groben Überblick, wobei wir uns auf die italienische Renaissance, Rembrandt und den holländischen Barock sowie den Impressionismus beschränken mussten. Und auch hierfür reichten nur stichpunktartige Erläuterungen, derart vollgehängt ist das Museum. Das Mittagessen erfolgte in den Kellerräumen der Marienkirche, es gab eine typisch russische Mahlzeit. Am Nachmittag stand der zweite Teil der Kunstführung beim Besuch des Großen Palais in Peterhof an. Viktoria versorgte uns so detailliert mit den Informationen zu den Zaren, dass wir vor lauter Katharinen, Peters, Alexanders und Elisabeths nicht mehr so richtig durchblickten. Fest stand zum Tanzeinlage in SchutzpantoffelnSchluss vor allem, dass es bei Zarens eine übliche Todesart war, sich erdrosseln zu lassen. Am letzten Tag war die Fahrt nach Puschkin (Tzarskoje Selo) auf dem Programm, schließlich wollten wir das legendäre Bernsteinzimmer im Katharinenpalast sehen. Dies war aber nicht unsere letzte Führung mit Viktoria, denn nach der Rückkehr blieb bis zur Zugabfahrt noch etwas Zeit, sodass wir noch die Kuppel der Isaak-Kathedrale sowie das Innere der Kasaner Kathedrale geboten bekamen.

Nach dieser Überdosis an Kultur waren wir derart erschöpft, dass die Zugfahrt zurück nach Vainikkala von den meisten verschlafen wurde.

An dieser Stelle sei ganz herzlich den Mitarbeitern aus dem Deutsch-Russischen Begegnungszentrum in St. Petersburg, insbesondere Irena, gedankt: Euer Engagement war überwältigend; wir werden sicher und gerne wiederkommen!

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Edited: 2012-Jan-28

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