|
Als wir am Nachmittag Helsinki-Malmi in Richtung des Meldepunktes Nokka verließen, erwarteten wir eine landschaftlich reizvolle ostfinnische Landschaft. Leider erfüllte sich diese Vorstellung nicht: Sobald man die Küstenlinie verlässt, zeigt sich aus einer Pespektive von 1000ft ein ausgedehntes Waldgebiet auf felsigem Grund mit vielen sehr kleinen Seen. Erhebungen gibt es nicht; der Horizont ist ein klarer, scharf abgegrenzter gerader Strich, der sich auch bei einer 360°-Grad-Drehung nicht ein einziges Mal aus der Waagerechten heraus verändert. Beim Flugplatz Wredeby (EFWB) schlängelt sich wenigstens ein Fluss durch die Landschaft, gesäumt von einigen Feldern.
Da wir vorher mit Jukka, dem Controller von Lappeenranta, etliche Male in Kontakt standen, wussten wir, dass der Platz nicht aktiv sein würde, dass es aber trotzdem möglich und legal ist, dort mittels Air-to-Air-Communication zu landen. Ein Überflug über den Platz zeigte aber schnell, dass dort sehr wohl Betrieb ist: Segelflugzeuge im Schulungsbetrieb wurden von einer Chipmunk auf etwa 1000 ft Höhe gezogen und reihten sich dann zur südlichen Platzrunde ein.
Diesmal erreichten die EGNI und die ELEV den Zielflugplatz nahezu gleichzeitig, wo wir von Jukka und Heikki begrüßt wurden. Heikki sollte unser Guide in den nächsten eineinhalb Tagen werden, und er erwies sich als wirklich hilfreich. Nicht nur, dass er uns zunächst eine Einführung in die Geschichte und die Wirtschaft der Stadt Lappeenranta gab, auch erfuhren wir die finnische Sichtweise über das Grenzgebiet Karelia und die Zwistigkeiten zwischen Finnland und Russland. Später sollten wir in St. Petersburg auch noch die russische Sicht kennenlernen, die naturgemäß die Historie anders interpretiert.
|