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Sportfluggruppe Oldenburg e.V.

St. Petersburg, Teil 3

Als wir am Nachmittag Helsinki-Malmi in Richtung des Meldepunktes Nokka verließen, erwarteten wir eine landschaftlich reizvolle  ostfinnische Landschaft. Leider erfüllte sich diese Vorstellung nicht: Sobald man die Küstenlinie verlässt, zeigt sich aus einer Pespektive von 1000ft ein ausgedehntes Waldgebiet auf felsigem Grund mit vielen sehr kleinen Seen. Erhebungen gibt es nicht; der Horizont ist ein klarer, scharf abgegrenzter gerader Strich, der sich auch bei einer 360°-Grad-Drehung nicht ein einziges Mal aus der Waagerechten heraus verändert. Beim Flugplatz Wredeby (EFWB) schlängelt sich wenigstens ein Fluss durch die Landschaft, gesäumt von einigen Feldern.

Da wir vorher mit Jukka, dem Controller von Lappeenranta, etliche Male in Kontakt standen, wussten wir, dass der Platz nicht aktiv sein würde, dass es aber trotzdem möglich und legal ist, dort mittels Air-to-Air-Communication zu landen. Ein Überflug über den Platz zeigte aber schnell, dass dort sehr wohl Betrieb ist: Segelflugzeuge im Schulungsbetrieb wurden von einer Chipmunk  auf etwa 1000 ft Höhe gezogen und reihten sich dann zur südlichen Platzrunde ein.

Diesmal erreichten die EGNI und die ELEV den Zielflugplatz nahezu gleichzeitig, wo wir von Jukka und Heikki begrüßt wurden. Heikki sollte unser Guide in den nächsten eineinhalb Tagen werden, und er erwies sich als wirklich hilfreich. Nicht nur, dass er uns zunächst eine Einführung in die Geschichte und die Wirtschaft der Stadt Lappeenranta gab, auch erfuhren wir die finnische Sichtweise über das Grenzgebiet Karelia und die Zwistigkeiten zwischen Finnland und Russland. Später sollten wir in St. Petersburg auch noch die russische Sicht kennenlernen, die naturgemäß die Historie anders interpretiert.

Heikki fuhr uns ins vorbestellte Hotel und zeigte uns abends das Hafengebiet und das Casino, wo wir auch unser Abendessen bekamen. Für den nächsten Tag stellte er uns nicht ohne Stolz eines seiner beiden Coupes aus deutscher Fertigung zur Verfügung. Damit konnten wir dann auch zum Flugplatz fahren und die Maschinen umbepacken (wir wollten ja nicht das gesamte Gepäck mit nach St. Petersburg nehmen) und auch schon die EGNI betanken. Von einem anschließenden Rundflug mit der Piggi stiegen Jukka und Heikki zufrieden aus, allerdings zeigten Spuren an Heikkis Handknöcheln, dass er den einen oder anderen Überschlag etwas angespannt erlebt haben dürfte. Zur Belohnung durften wir das ehrenamtlich aufgebaute und geführte Luftfahrtmuseum am Platz besichtigen. Neben einem Mig- und einem Saab-Kampfjet Dieses Hakenkreuz ist kein Nazi-Zeichen, sondern es
war das Hoheitszeichen der finnischen Luftwaffe
im und nach dem ersten Weltkrieg.im Außengelände gibt es innen Exponate von einem abgestürzten russischen Kampfflugzeug des zweiten Weltkriegs und zwei recht gut restaurierten historischen Flugzeugen, einer Saab Safir, die als Anfangstrainer der finnischen Luftwaffe diente, und einer Nieuport 11 Bebe aus dem ersten Weltkrieg. Die aufgemalten Hakenkreuze auf der Nieuport irritierten uns sehr, bis wir erfuhren, dass das Hakenkreuz als altes Sonnensymbol ein Glückszeichen war und von der finnischen Luftwaffe bis zum zweiten Weltkrieg verwendet wurde. Kleine Nebenbemerkung: Vom Hakenkreuz der Nazis unterscheidet sich das finnische dadurch, dass es nicht um 45° gedreht wird, sondern senkrecht steht.

Anschließend lernten wir das Sommerhaus von Heikkis Familie kennen, wo er auch eine Rans-Coyote, ein Kitplane auf Wasserkufen, stehen hat. Dieses durfte dann später auch noch in die Luft, als wir nämlich auf Vermittlung von Heikki eine Bootstour auf Lappenrantas Seen machten, umkurvte er mit der Coyote einige Male den Ausflugsdampfer.

 

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Edited: 2010-July-13

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