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Zu unserer diesjährigen Sommertour mit dem Ziel Sardinien finden sich sechs Piloten sowie zwei nichtfliegende Mitreisende ein: Von denen, die [fast] immer mitkommen, sind Mike, Uwe W., Uwe T., Roland und Thomas als Piloten für die Piggi dabei; drei von diesen nehmen zusätzlich von Leg zu Leg abwechselnd auf dem rechten Sitz bei Klaus Platz und übernehmen dort Navigation und Sprechfunk. Beke und unser diesjähriger P(x) Bernhard nehmen auf den hinteren Rängen an der Unternehmung teil.
Der erste Leg von Mariensiel bis nach Troyes ist unproblematisch und auch unspektakulär; einzig erwähnenswert ist wohl, dass der Airport Troyes eine Mittagspause abhält, anlässlich welcher die gesamte Truppe aus dem Vorbereitungsraum hinauskomplimentiert wird und deswegen auch schnell wieder in der Luft Richtung Aix-en-Provence ist.
 Die Route führt in Richtung Roanne, dann östlich an St. Etienne vorbei und südlich von Lyon in das Rhonetal hinein. Roland kommentiert in der Piggi die diversen Weinlagen und gelegentlich auch historisch bemerkenswerte Stätten, auch fallen hier schon erste Bemerkungen zu gastronomisch wertvollen Lokalitäten. Diese kulinarisch orientierte Sicht der Topographie soll zu einem festen Bestandteil der gesamten Tour werden.
Von Aix sehen wir nur wenig [genau genommen: überhaupt nichts], da uns bei der Ankunft die Sorge um das abendliche Mahl plagt. Zum Glück beherrscht Roland die französische Sprache und kann derart gewappnet das Flughafenrestaurant als geeignete Tafelstätte outen. So kommt es, dass wir von der Landung bis zum Zahlen der [nicht unerheblichen] Gesamtrechnung gut und gerne fünf Stunden dort verweilen.
Am nächsten Tag folgt ein beeindruckender Flug an der französischen Mittelmeerküste entlang: Von Aix aus an Marseille und Toulon vorbei Richtung St. Tropez, vor welchem wir aber mit süd-östlichem Kurs aufs offene Meer hinaus Richtung Korsika abbiegen. Dort nehmen wir zunächst Kurs auf Calvi, um dann die gesamte Westküste an Ajaccio vorbei bis zum Flugplatz von Propriano abzufliegen. Dort gibt es für die Hungrigen zunächst einmal einen Happen im Flugplatzrestaurant, anschließend bringt uns eine charmante Taxi-Fahrerin in den Ort, wo wir baden und auch übernachten.
Die Überraschung folgt am nächsten Morgen: Es gibt zwar eine Tankstelle am Platz und uns war vorher auch telefonisch versichert worden, dass wir Sprit bekommen würden, doch als wir die Flieger dorthin rollen wollen, heißt es lapidar, dass diese Quelle trocken gefallen sei. Wir könnten ja nach Ajaccio fliegen und dort tanken. Ein Blick auf die Karte zeigt allerdings, dass der Airport von Figari günstiger liegt, denn wir wollen ja nach Sardinien. Die Frage, ob wir in Figari AVGAS bekommen würden, wird mit lapidarem Schulterzucken beantwortet: Man habe keine Kontakte dorthin [Kommentar: Es sind ja auch unüberwindbare 20nm Distanz zwischen Propriano und Figari, woher soll man denn hier wissen, ob es dort Sprit gibt]. Fazit: Der Service in Propriano ist verbesserungsbedürftig.
Nach dem Tanken in Figari [ohne Landegebühr!!!] folgt ein kurzer, aber landschaftlich sehr interessanter Flug über St. Bonifacio zur Nordküste Sardiniens, welcher wir Richtung Westen folgen und diverse Urlaubsparadise sowie Berg- und Hafenstädte aus der Luft inspizieren. Besonders beeindruckend der Vorbeiflug an Castelsardo, das Umkurven des Capo Caccia und der Blick auf Alghero. Als die Ebene, die sich zwischen Oristano und Cagliari erstreckt, in Sicht kommt, müssen wir östlich ins Landesinnere ausweichen, da sich die Restricted Area von Decimomannu wie ein Keil bis an die Küste erstreckt.
Der Flugp latz von Oristano ist nicht sehr betriebsam, einmal abgesehen von etlichem Personal, das der Flugplatzfeuerwehr angehört: Kein Wunder, denn wir bilden nach der Neueröffnung des Platzes vor wenigen Tagen die ersten beiden Flugbewegungen und finden tags drauf sogar Erwähnung in der örtlichen Presse [mit Foto]. So etwas ist uns bislang auch noch nicht passiert.
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