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Nachdem unsere letztjährige Helsinki-Tour wetterbedingt in Jersey landete, sollte es dieses Jahr tatsächlich klappen. Zwar hatten wir vorsichtshalber eine Ausweichroute nach Südfrankreich in der Planung, aber das Wetter war am Junibeginn bis zum Anschlag klar und sollte es – so die Prognosen – auch bis Stockholm bleiben.
Wir hatten diesmal vier Flugzeuge beisammen, außer der 'Piggi', der Piper und der Bonanza von Klaus charterten wir noch eine etwas zappelige, weil ehemals kunstflugtaugliche Fuji.
Der (fast) gemeinsame Start erfolgte vormittags ab Wilhelmshaven, nur die 'Piggi' wartete noch auf den Dienstschluss des Lehrers in der Crew. Die Route führte nördlich an Hamburg vorbei direkt nach Fehmarn, wo wir kurz in die Copenhagen FIR einflogen, um südlich von København in die Malmö FIR zu wechseln. Auf der Seeseite an Malmö vorbei bot sich ein grandioser Blick auf die damals noch gar nicht eingeweihte Brücke über den Öresund.
Statt in Malmö-Sturup den ersten Tankstopp einzulegen, flogen wir nach Kristianstad, was sich schnell als Fehler herausstellen sollte. Wer nämlich in Schweden mehr als nur eine Landung absolvieren möchte, kommt mit einer 'Weekly-Season-Card' deutlich günstiger weg als mit jeweiliger Einzelzahlung (welche inclusive Handling schnell sehr teuer werden kann). Leider akzeptierte Kristianstad als privat geführter Flugplatz die Season-Card nicht, so dass für unsere vier Flieger eine stattliche Summe fällig war. Zum Trost kostet aber der Sprit nur wenig über eine Mark pro Liter, so dass selbst das Volltanken der durstigen 'Piggi' kein Riesenloch in unserer Creditcard hinterließ. Apropos Kreditkarte: In Kristianstad ist es nicht möglich, den Sprit mit der Karte zu zahlen, man kann aber im Abfertigungsgebäude Bargeld mit der VISA- oder Master-Card bekommen und damit die fälligen Rechnungen begleichen.
Nach einem Crew-Wechsel ging es noch am gleichen Nachmittag weiter nach Stockholm, wobei die schnelleren Flugzeuge die Route über das langgestreckt vor Schwedens Küste gelegene Öland wählten. Die Insel entspricht hinsichtlich der Vegetation ziemlich genau ihrem Namen, wenn man hinter dem 'Ö' noch ein 'd' einfügt. Trotzdem gestaltet sich der Überflug interessant, wenngleich auch der folgende Abschnitt über die Schärenküste zwischen Västervik und Stockholm dem Auge mehr zu bieten hat. Auf jeder der kleinen und kleinsten Inseln scheinen sich ein oder zwei bunt angemalte Holzhäuschen zwischen Wald und Wasser zu verstecken, ein Landungssteg sowie ein Boot gehören zur Grundausrüstung.
Nach gut zwei Stunden Flug immer der Küstenlinie entlang wird es dann noch einmal spannend: Die Karte mit der Stockholm-Area ist gut gefüllt mit Pflichtmeldepunkten und Restricted Areas, und zu allem Überfluss hielten sich einige sehr kräftige Schauer in der Gegend auf, durch die hindurch wir gestaffelt, schön der Reihe nach und dem Linienverkehr Vortritt lassend in Stockholm-Bromma einschwebten. Insgesamt erwies sich der Funkverkehr und auch die Behandlung seitens der Flugsicherung als unkompliziert; auch das Durchfliegen der TMAs unterwegs war seitens der Controller schnörkellos, zuvorkommend und somit unproblematisch.
Dass die ersten Stunden in Stockholm leicht angespannt verliefen, hing mit der Quartiersuche ebenso zusammen wie mit dem Umstand, dass unser Team-Senior, kaum dass er die ersten Kronen aus dem Geldautomaten gezogen hatte, sich unerlaubt vom Rest der Truppe entfernte, um Stockholms Bahnhofsviertel auf eigene Faust zu erkunden.
Der folgende Tag war flugfrei: Bei bestem Wetter erkundeten wir Stockholm und waren begeistert. Allein der Besuch dieser Stadt lohnt einen Flug dorthin. Das Abendessen gabs - ganz schwedisch - im Rock-Café, damit wir am nächsten Tag gestärkt nach Helsinki weiterfliegen konnten. Doch daraus wurde nichts: Dauerregen in Gestalt von zwei dicht aufeinander folgenden Fronten machte jede VFR-Flugbewegung unmöglich. So verbrachten wir einen kompletten Tag im kleinen Fliegerclub von Bromma, immer in der Hoffnung, doch noch loszukommen. Diese Wartezeit konnten wir dann aber doch gut nutzen, um die ermattete Batterie der Fuji gegen ein tatkräftigeres Exemplar auszuwechseln.
Der 'verlorene' Tag führte zu einer Trennung der Crews. Ein Flieger – die Fuji – musste den Rückweg antreten, ohne Helsinki gesehen zu haben, da diese drei Teilnehmer am Montag wieder zuhause sein mussten. Die anderen drei Crews hingegen gelangten bis nach Helsinki (behaupten sie zumindest; da ich mit der Fuji über Göteborg wieder zurückflog, kann ich hierüber nichts berichten).
Ein vorläufiges (und subjektives) Fazit der diesjährigen Himmelfahrts-Tour ist vor allem von den Landschaftseindrücken und von der angenehmen Stadtatmosphäre Stockholms geprägt: Ein Aus'flug' dorthin sei allen empfohlen, auch die Rücktour an der Westküste Schwedens entlang nördlich von Göteborg ist wegen der Schären ausgesprochen schön. Das Landesinnere, von Stockholm nach Karlstad und von dort an die Westküste nach Halden allerdings wird schnell ermüdend und zieht sich in die Länge, da der Landschaftsrhythmus aus einem ständigen, gleichmäßigen Wechsel von Wald, Fels und Wasser geprägt ist.
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